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KI-Experiment zum Blog «Lost in Translation»
Blog von Mascha Madörin
Zu meinem letzten Blog im Newsletter von Economiefeministe (8.7.2026)1Blog von Mascha Madörin vom 8.7.2026 «Lost in Transition», gibt es ein KI-Experiment: KI fasst den Blog in einem Pfeilschema zusammen:
Ziemlich falsch, meines Erachtens. Ich habe nochmals genau nachgelesen: Der einzige Grund, das so abzubilden sind die Titel. Hier zur Klärung eine Berichtigung für die Titel des Blogs:
- Die Erfindung eines eigenständigen Bereichs des Wirtschaftens
- Care Ökonomie
- Erweiterung der Care Ökonomie zu einem Sorge- und Versorgungsbereich
- Das Denken von 1a und 1b als Teil eines Ganzen respektive einer umfassenden Fragestellung:
- als Teil des Social Provisioning, der Produktion von Wohlstand generell
- als Teil einer kapitalismus-kritischen Fragestellung: wie Arbeitskräfte reproduziert und am Leben gehalten werden, so dass eine kapitalistische Gesellschaft weiter existieren kann.
- Dann gibt es eine spezielle Weiterentwicklung des Konzepts Care Ökonomie zur Caring Economy. Das Prinzip «Caring» soll für alle Bereiche des Wirtschaftens eingeführt werden. Auch da liegen die Pfeile irgendwie falsch. Das hängt damit zusammen, dass es bei diesem Begriff nicht um verschiedene gesamtwirtschaftliche oder -gesellschaftliche Fragestellungen geht, unter denen der Bereich der Care Ökonomie und Sorge- und Versorgungswirtschaft analysiert werden kann, sondern um eine Ethik des Sorge Tragens in allen Bereichen des Wirtschaftens. Um eine andere Ebene der Diskussion. Der Pfeil müsste eine andere Farbe haben.
Die Pfeile zeigen den Ablauf des Blogs anhand eines irreführenden Inhaltsverzeichnisses und haben mit der Logik der Argumente nichts zu tun.
Ich finde KI sehr hilfreich, wenn es um Angaben von Quellen geht, beispielsweise, wenn ich nach internationalen Statistiken suche oder entsprechenden Websites und Studien. Im Fall der Definitionen zur feministischen Ökonomie, das habe ich schon geschrieben, hilft es nach Unterschieden zu fragen. Im Fall anderer seit Jahrzehnten gebräuchlicher ökonomischer Begriffe: Da wird es sehr Mainstreaming, bei dem, was Online an Wissen zusammengefasst ist. Jedenfalls war das mein Eindruck bei einer kurzen Recherche.
Noch problematischer wird es bei literarischen Texten. In einem sehr vergnüglichen Artikel schreibt der Schriftsteller und Kabarettist Franz Hohler über seine Erfahrungen mit KI. Sein Sohn gab Chat-GPT den Auftrag, eine Geschichte à la Franz Hohler zu einem Briefkasten zu schreiben. Daraufhin las Hohler diesen Text und den eigenen mit dem Titel «Der Briefkasten» Studierenden vor und fragte, welcher der beiden Artikel ihrer Ansicht nach von ihm stamme. Etwa drei Viertel der Studierenden schrieben den KI-Text Hohler zu und seinen eigenen Text einem Machwerk von KI.
Das Umfrageresultat verstörte ihn. «Etwa so musste sich Kasparow gefühlt haben, als er zum ersten Mal eine Schachpartie gegen einen Computer verlor.» Eine Geschichte wie die KI-Variante hätte er nie geschrieben, für ihn war sie «ein pseudopoetisches Imitat, eine Parodie.» 2Nachzulesen in NZZ online vom 2.8.2026: Franz Hohler gegen die KI, https://www.nzz.ch/feuilleton/franz-hohler-gegen-die-ki-wer-gewinnt-ld.10017684
Beitragsbild: Mascha Madörin
Fussnoten
- 1Blog von Mascha Madörin vom 8.7.2026 «Lost in Transition» ↩︎
- 2Nachzulesen in NZZ online vom 2.8.2026: Franz Hohler gegen die KI, https://www.nzz.ch/feuilleton/franz-hohler-gegen-die-ki-wer-gewinnt-ld.10017684 ↩︎
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