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Modern Monetary Theory (MMT)

Artikelserie zu feministischen Perspektiven auf Geldpolitik im WIDERSPRUCH 77 – Beiträge zu sozialistischer Politik: Schwerpunkt Geld.Macht.Politik

Der Staat darf nicht mehr Geld ausgeben, als er einnimmt. So ein hartnäckiger Glaubenssatz der neoklassischen Wirtschaftslehre. Angesichts der Corona-Krise war jedoch plötzlich alles ein bisschen anders. Die vorherrschende Ideologie vom Wohlstand durch Sparen geriet ins Wanken. Es wurden Gelder für Kurzarbeit gesprochen und Hilfspakete bereitgestellt. Geld war mit einem Mal nicht mehr knapp. Erstmals seit der Bankenkrise 2008 floss es unkompliziert in riesigen Mengen. Ganz nach Lehrbuch der Modern Monetary Theory. Denn im Gegensatz zur Neoklassik, geht diese Theorie davon aus, dass der Staat nicht Bankrott gehen kann – zumindest dann nicht, solange er sich in eigener Währung verschuldet.

Doch warum genau ist die Annahme falsch, dass ein Staat sich nicht verschulden soll? Warum muss er ausgerechnet in der Krise Geld ausgegeben? Die Modern Monetary Theory zeigt auf, dass und warum Staatsschulden nicht zwingend wieder eingespart werden müssen. Im WIDERSPRUCH 77 sind zu diesem Thema drei Beiträge aus feministischer Sicht erschienen.

Das Widerspruch-Heft 77 ist im Buchhandel erhältlich oder kann bestellt werden unter: vertrieb@widerspruch.ch.

Unter den Schlusslichtern Europas

Der Gender Overall Earnings Gap (GOEG) beziffert die gesamte Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern. Das heisst, er berücksichtigt einerseits, dass Frauen für ihre Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer (Gender Pay Gap) und andererseits, dass sie für einen viel grösseren Anteil ihrer Arbeit überhaupt nicht bezahlt werden. Für das Jahr 2018 betrug er in der Schweiz 43 Prozent. Das heisst, Frauen verfügen über fast die Hälfte weniger Einkommen als Männer – obwohl sie ungefähr gleich viele Stunden arbeiten. Der europäische Ländervergleich zeigt: damit gehört die Schweiz zusammen mit Deutschland, Italien, Österreich und der Niederlande zu den Schlusslichtern Europas.

Doch was steckt hinter dieser Zahl?

Economiefeministe hat diesen GOEG in Franken und Euro berechnet und damit eine Schätzung der Ökonomin Mascha Madörin bestätigt: Die jährliche Einkommenslücke der Frauen in der Schweiz beträgt rund 100 Milliarden Franken.

Diese aggregierte geschlechtsspezifische Einkommenslücke (AGEL) zeigt die Einkommensflüsse und -lücken, die hinter dem prozentualen GOEG stecken und öffnet damit die Perspektive auf makroökonomische Verhältnisse: Wie gross ist die Einkommenslücke im Verhältnis zur Gesamtgrösse der Wirtschaft? Wie gross im Verhältnis zur Grösse des Staates? Und was lässt sich im europäischen Vergleich feststellen? Wie sieht es nach Altersgruppen aus und was lässt sich über die Tendenzen zwischen 1998-2019 sagen?

Von Realitäten, Defiziten und Mythen

Autorinnen: Mirjam Aggeler / Therese Wüthrich
Heft: WIDERSPRUCH 77

Wer hat das Geld – wer hat die Arbeit?

Autorin: Käthe Knittler
Heft: WIDERSPRUCH 77

Vieles bleibt zu klären

Autorin: Mascha Madörin
Heft: WIDERSPRUCH 77